Bestattung ohne Bestatter - Ist das möglich bzw. empfehlenswert?

  • Redaktion Bestattungsinfo.at
Kerzen brennen neben einer Blume
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Grundsätzlich gilt in Österreich eine Bestattungspflicht. Die Durchführung der Bestattung ist in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer festgelegt. Die Fristen für die Durchführung der Bestattung sind je nach Bundesland unterschiedlich. Ausnahmen sind möglich, müssen aber gesondert genehmigt werden. Bei der Planung einer Bestattung gibt es einige Dinge, die man ohne einen Bestatter selbst organisieren kann. Mit der Hilfe eines Bestattungsunternehmens kann man die teils aufwändige Organisation jedoch in professionelle Hände abgeben und hat so genug Zeit zum Trauern und Abschied nehmen.

Wer eine Bestattung vorbereitet, muss sich anders als gemeinhin angenommen wird, nicht an einen Bestatter wenden, solange er sich an die Vorgaben des Bestattungsrechtes in Österreich hält. Das Beerdigungsinstitut unterstützt die Angehörigen lediglich in den Nachlass- und Bestattungsangelegenheiten – es spricht jedoch nichts dagegen, eine Bestattung auch ohne einen Bestatter zu organisieren.

Noch vor einigen Jahrzehnten waren die Menschen in Bestattungsangelegenheiten sehr viel selbstständiger. Aber auch heute noch kann man fast die gesamte Bestattung selbst durchführen, ohne dass dazu ein Bestatter benötigt wird. Die einzigen Aspekte einer Beerdigung, bei denen die Beauftragung eines Bestatters wirklich erforderlich werden könnte, sind die Aufbewahrung und der Transport des Leichnams.

Diese beiden unterliegen genau geregelten gesetzlichen Abläufen, die nicht missachtet werden dürfen. Verstorbene dürfen nämlich nur in einen ausgekleideten Sarg gebettet in einem dafür gekennzeichneten Bestattungswagen befördert werden. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass es sich zumindest an diesem Punkt nicht vermeiden lässt, einen Bestatter zu beauftragen. Ansonsten steht den Trauernden die Wahl des Bestatters heutzutage ebenso frei, wie die Abwicklung der Bestattung in Eigenregie.

Wenn der Todesfall in den eigenen vier Wänden des Verstorbenen erfolgt ist, sieht der Ablauf einer Beerdigung ohne Bestattungsunternehmen folgendermaßen aus: Laut Gesetzgeber darf der Tote bis zu 36 Stunden vor Ort belassen werden, damit die Angehörigen genügend Zeit haben, organisatorische Maßnahmen hinsichtlich der Beerdigung zu ergreifen.

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Dazu gehört das Gespräch mit Bestattungsunternehmen bezüglich eines Sarges, der Kontaktaufnahme mit dem Friedhofsamt für eine Grabstelle sowie die Beauftragung eines Leichentransporteurs. Im ersten Schritt sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden, um den Totenschein und die Leichenschaupapiere zu erhalten, ohne deren Vorlage die weiteren Schritte der Planung nicht erfolgen können. Danach erfolgt der Weg zum Standesamt, wo Sie dann mit dem Totenschein die Sterbeurkunde des Verstorbenen erhalten. Diesen Weg sollten müssen Sie selber erledigen. Sie müssen sich um einen Sarg für den Leichnahm in diesem Fall selber kümmern, inden der Verstorbene untergebracht wird.

Bis der bestellte Sarg eintrifft, hat die Familie nun die Möglichkeit, den Verstorbenen zu waschen, anzukleiden und zu frisieren. Auf diese Art und Weise kann der Leichnam gleich im Sarg zur Ruhe gebettet werden, wenn dieser ankommt. Der Sarg muss im vorgegebenen Rahmen ausgekleidet worden sein, das heißt der Tote darf nicht auf dem bloßen Holz liegen. Als Kissen und Decke können ihm beispielsweise ein Leintuch oder handelsübliches Bettzeug dienen.

Wer vorhat, den Verstorbenen vor der Bestattung einäschern zu lassen, sollte dem Verstorbenen einen Schlafanzug oder ein Nachthemd anziehen. Um die weitere Bestattung selber zu organisieren muss der Friedhofswerter kontaktiert werden, mit dem gemeinsam alle wichtigen Dinge bzgl Grab und Grabaushebung besprochen werden.

Sollte das nicht vom Friedhof gemacht werden, muss dafür ein externes Unternehmen erneut selber beauftragt werden. Vergessen Sie nicht einen Pfarrer oder Geistlichen für die Trauerfeier zu organisieren. Dieser ist am Tag der Beerdigung für die Trauerrede verantwortlich.

+++ Tipp: In Österreich gilt Bestattungspflicht – Die eigene Planung einer Bestattung ist zwar möglich, muss aber grundsätzlich vollzogen werden. +++

Transport des Verstorbenen

In Österreich gilt Bestattungswagenpflicht, somit ist es nicht erlaubt, Verstorbene in Privatfahrzeugen, etwa hinten im Kombi oder oben in der Dachbox, zu transportieren. Haben Sie die Aufbahrung Zuhause vollzogen müssen Sie darauf achten, dass der Leichnahm bzw. der Sarg mit einem Ettiket versehen ist, bei dem man die Identität des Toten festhalten kann. Zusätzlich muss eine Person der Familie auch ihre eigene Adresse und telefonische Kontaktdaten angeben, da diese als Leichenbesorger fungiert.

Selbstständiger Transport der Urne bei einer Feuerbestattung möglich?

Angehörige dürfen bei einer Feuerbestattung die Urne nicht selber zum Beisetzungsort transportieren. Aus gesetzlichen Gründen wird die Urne nicht den Angehörigen übergeben. Überregionale sowie Auslandsüberführungen sind ebenfalls möglich, etwa wenn der gewünschte Beisetzungsort weit entfernt vom Sterbeort liegt. Je größer die überbrückte Entfernung bei der Überführung der Urne ist, desto höhere Kosten fallen an.

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Trauerfeier selber organisieren

Eine Beerdigung oder Bestattung selber zu planen ist keine leichte Aufgabe und kostet viel Zeit. Eine Bestattung dafür zu beauftragen macht also nicht nur aus zeitlicher Sicht Sinn, sondern auch aus Organisatorischer. Sollte man doch lieber die Trauerfeier alleine organisieren wollen, haben wir eine Checkliste für Sie kurz zusammengefasst, die Ihnen bei der richtigen Planung der Bestattung behilflich sein soll:

Checkliste für die eigene Organisation der Bestattung bei einem Todesfall:

  • den Arzt benachrichtigen, wenn der Tod in der Wohnung eingetreten ist
  • Sterbefall beim Standesamt melden und Sterbeurkunden beantragen
  • Grab aussuchen, Erdaushub regeln
  • Terminfestlegung bei Stadt oder Kirche für die Trauerfeier (Kapelle reservieren)
  • Pastor oder Trauerredner ansprechen um den Bestattungsritus zu gestalten
  • Sarg besorgen (könnte man sogar selbst bauen)
  • Waschung, Einkleidung und Überführung des/der Verstorbenen durchführen (dazu brauchen Sie allerdings einen Bestatter bzw. dessen Bestattungskraftwagen)
  • Orgelspiel und evtl. sonstige musikalische Begleitung für die Trauerfeier arrangieren
  • Die Kapelle für die Trauerfeier schmücken
  • Sargträger bestellen oder Freunde darum bitten
  • Sarggebinde und Kränze bestellen oder selbst anfertigen
  • Trauerbriefe und Danksagungen bestellen oder selbst gestalten und versenden
  • Traueranzeige für die Zeitung gestalten und in Auftrag geben
  • Trauertafel in einer Gaststätte bestellen oder für Daheim planen
  • Evtl. die Einäscherung im Krematorium beantragen, die Überführung (wieder mit Bestattungskraftwagen) und die Urnenbeisetzung regeln

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